Achtsamkeit

Statt Chaos im Kopf und im Herzen

Wie oft sind wir tagtäglich in unseren Gedanken mit Erinnerungen, Plänen für die Zukunft, etlichen To-Do-Listen, Sorgen, Selbstzweifeln oder Hoffnungen beschäftigt?! Der Streit zu Hause oder bei der Arbeit hängt uns noch nach, wir denken an die Einkaufsliste und die Hausarbeit, bevor vielleicht das Kind abgeholt werden muss und schnell noch eine email geschrieben werden sollte... Manche Gedanken kommen immer wieder, so als ob sie uns verfolgen würden - und so bewegen wir uns häufig fast "automatisch" durch unseren Alltag. Gefühle wie Ärger oder Ungeduld kommen plötzlich und wie von selbst, ohne dass wir irgendwie dagegen steuern könnten.  Aber erleben wir wirklich das, was wir tun? Sind wir uns dessen bewusst, wie es uns gerade geht? Hören wir unserem Gesprächspartner wirklich zu? Sind wir wirklich mit all unseren Sinnen präsent und lebendig?

Im gegenwärtigen Moment ganz da sein

Achtsamkeit ist das Gegenteil von unbewusstem, automatischem Tun. Statt einem "Autopiloten" zu folgen, der uns auf magische Weise durch den Alltag und unsere Gefühls- und Gedankenwelt fern steuert, folgt die Achtsamkeit der inneren Absicht, jeden Moment in all seinen Dimensionen ganz bewusst und wertfrei wahrzunehmen. Diese Fähigkeit ist in allen Menschen angelegt und kann trainiert werden. Verwurzelt in der buddhistischen Tradition wussten schon die Menschen vor über zweitausend Jahren, wie heilsam und wohltuend es ist, mit Achtsamkeit im gegenwärtigen Moment ganz präsent zu sein - in Harmonie mit sich selbst und der Welt zu sein. Das Zeitempfinden verändert sich, der Alltag scheint langsamer zu verlaufen, wir fühlen uns entspannter, wacher und können trotzdem - oder gerade deshalb - konzentrierter und effektiver handeln. 

Mit Akzeptanz und Wohlwollen

Indem wir lernen unseren Körper und Geist auf bewusste Weise wahrzunehmen, indem wir beobachten und erforschen, was wir im jeweiligen Moment fühlen, denken und wie wir auf angenehme oder unangenehme Reize reagieren - kann sich der eigene Handlungsspielraum vergrößern. Achtsamkeit schult, den gegenwärtigen Moment wahrzunehmen und zuzulassen. Wir üben, das was ist, wertfrei und wohlwollend anzunehmen ohne es verändern zu wollen. Dies bedeutet auch, dass wir uns selbst, die eigenen Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen lernen anzunehmen. Diese Art der Aufmerksamkeit - Bewusstheit, Akzeptanz und freundliches Wohlwollen - kann so nach und nach zu mehr Gelassenheit und Lebensfreude führen, Stress abbauen und vorbeugen, sowie individuelle Veränderungsprozesse ermöglichen.

Gelassenheit und Lebensfreude entwickeln

Achtsamkeit ist die Basis und der Kern des von Jon-Kabat-Zinn entwickelten MBSR-Ansatzes zur Stressbewältigung. Die positiven Wirkungen einer kontinuierlichen Achtsamkeitspraxis werden seit mehr als 25 Jahren erforscht und - insbesondere durch die Neurowissenschaften - wissenschaftlich bzw. empirisch belegt.